Twitter – Verbreitungsdynamik nicht unterschätzen

Twitter sticht unter den sozialen Netzwerken vor allem durch eines heraus: seine unschlagbar schnelle Verbreitungsdynamik. Welche Potentiale und welche Risiken beinhaltet der Mikroblogging-Dienst?

Das soziale Netzwerk und Mikroblogging-Dienst Twitter hat sich zu einem der schnellsten Kanäle in punkto Nachrichtenverbreitung entwickelt.

Eine Katastrophe passiert, eine Wahl wird entschieden oder ein Promi leistet sich einen Fauxpas – wer auf Twitter ist, erfährt dies höchstwahrscheinlich als erstes. Das hat viele positive Aspekte, kann aber auch ebenso ins Gegenteil sich entwickeln.

Ein treffendes Beispiel war der Fall, dass Anfang vergangenen Jahres ein deutscher Politiker bezichtigt wurde sich in unangemessener Weise gegenüber einer Journalistin verhalten zu haben. Dies gab den Anstoß für eine Diskussion über Alltag-Sexismus. Unter dem Hashtag #aufschrei entwickelte sich auf Twitter eine gesellschaftliche Debatte, die international Beachtung fand. Muss ein Airbus auf dem Hudson River landen, verbreiten sich die News auf Twitter in sprichwörtlicher Windeseile auf der ganzen Welt, und auch bei tragischen Geschehnissen wie dem Bombenanschlag in Boston im Frühjahr im letzten Jahres wurden viele Details zuerst auf Twitter vermeldet.

 

In Echtzeit

„Wir sind ein Echtzeit-Infomationsnetzwerk. Niemand sonst hat sich so auf Echtzeit konzentriert, wie Twitter das gemacht hat“

sagte Karen Wickre, Kommunikationschefin bei Twitter. Diese Selbst-Definition trifft den Kern der Plattform sehr gut, sieht man sich an, in welcher Richtung sich Twitter über die vergangenen Jahre entwickelt hat. Im Gegensatz zu Facebook, wo man „Freunde“ hat und sich gerne auch privat mal austauscht und Information zum Teil nur gefiltert ankommen, setzt Twitter auf maximale Offenheit. Dadurch erreichen Nachrichten eine hohe Geschwindigkeit, die kaum auf einer anderen Social Media Plattform erreicht wird.

Der Twitter Stream ist chronologisch, es gibt keinen Algorithmus, der eine Nachricht bewertet und dementsprechend aufreiht. Jede Nachricht wird technologisch gesehen vollkommen gleich behandelt. Bei Twitter gibt es eine Retweet-Funktion, das Wiederholen eines Tweets, macht es durch einen Knopfdruck so extrem schnell und unkompliziert, dass Informationen weiterverbreitet werden. Die wenigsten nutzen Twitter als geschützen Account, die Einfachheit des Service veranlasst dazu, Postings öffentlich zu verbreiten. Aus diesem Grund wird Twitter stark als Nachrichtenkanal genutzt.

 

Knackpunkt und Shitstorms

Die Geschwindigkeit, die auf der einen Seite der große Trumpf von Twitter ist, kann jedoch genauso rasch ins Negative kehren. Gerade das zeigte der Bombenanschlag beim Boston Marathon. Die Nachrichten waren in Sekunden rund um die Welt gegangen, doch waren einiges davon falsche Informationen. Gerüchte wurden als Tatsachen verbreitet und Fotos in einen falschen Kontext gebracht.

Schwierigkeiten bereiten auf Twitter in letzter Zeit auch verstärkt auftretende Anfeindungen, sogenannte Shitstorms, wie man sie überall im Netz anfindet. Weniger dramatisch ist es, wenn eine öffentliche Person „Opfer“ von Satire wird, die sich auf Twitter ebenfalls sehr schnell verbreiten lässt.

Im Grunde genommen gelten bei Twitter ähnliche Verhaltensregeln wie überall sonst im Netz. Wie im Offline Leben sollte man sich verantwortungsvoll verhalten und Informationen überprüfen, bevor man sie übernimmt.

 

Werbekanal für Prominente

Twitter kann auch für Politiker ein lohnender Kanal sein, um Ihre Botschaften unter das Volk zu bringen, das haben die vergangenen Jahre gezeigt. Das beste Beispiel ist Präsident Barack Obama, der dies im Zuge seines ersten Wahlkampfes deutlich gemacht hat. In den USA nutzen viele Stars die Plattform zu Promotionzwecke, und sogar der Papst kommt mittlerweile nicht mehr um Twitter herum. Bei Schauspielern, Autoren, Journalisten, Musikern und auch Politiker kann die Größe der Community ein Gradmesser ihrer Prominenz sein. Daneben kann Twitter beim Vertrieb der eigenen Produkte ein hilfreicher Kanal sein, um neue Aufträge zu erhalten.

 

Abschließend lässt sich sagen, dass der blaue Vogel es in Deutschland noch sehr schwer hat. Da sich Twitter als ein sehr vielfältiger Kanal nutzen lässt, so zum Beispiel Informations-, Kommunikations- als auch Nachrichtenkanal, steckt dort noch viel Potential. Es bleibt also zu hoffen, dass sich das noch ändert.

Twitter-Nutzung-in-EMEA
Quelle: GlobalWebIndex

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Yvonne Tischler

Yvonne ist Online Marketing Consultant, mit Schwerpunkt im Bereich der Marketing Automation Lösung Pardot. Zudem Ansprechpartnerin zum Thema Inbound Marketing.

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