Zukunftsimpulse: Wie iWatch & Co. das Marketing verändern werden

Die Veröffentlichung der iWatch Anfang dieses Jahres hat für viel Furore gesorgt. Auch in Marketing Kreisen ist man gespannt – wie werden sogenannte „Wearables“ die Datenwelt revolutionieren?

Lange Zeit waren Gadgets wie Armbanduhren, mit denen man telefonieren oder gar teleportieren kann, oder Brillen mit eingebauten Computerprogrammen Fantasiegebilde aus Science Fiction Formaten wie Star Trek oder Dr. Who. Die Zukunftsvisionen der 1960er Jahre zeigten zum Beispiel Flatscreen-Bildschirme und Tablet-PCs als Standardausrüstung auf der Enterprise – beides Erfindungen, die wir heute in der gar nicht so weit entfernten Zukunft als selbstverständlich ansehen.
Google Glass, die iWatch oder die Gear 2 von Samsung zeigen außerdem, dass auch andere der fiktionalen Erfindungen aus den Weltallgeschichten gar nicht mal so abwegig sind. Das Teleportieren sei an dieser Stelle noch außer Acht gelassen.

 

Doch wie wird das Aufkommen solcher „Wearables“ die Entwicklungen im Marketing beeinflussen? Durch Technologien dieser Art tun sich für Marketer völlig neue Möglichkeiten auf, aber die nie dagewesene Informationsqualität fordert gleichzeitig auch zeitgemäße Marketingstrategien.
Schon das Mobile Marketing galt als bahnbrechend, was fangen wir also nun mit Informationen an, die noch genauer, noch individueller und ganz anderer Natur sind, als die im Marketing bisher verwendeten?

Abzusehen ist, dass Marketing Automation hier eine unglaublich große Rolle spielen wird. Schon jetzt sind viele Unternehmen überfordert mit der Informationsflut, weshalb in Zukunft Softwares, die beim managen vieler und relevanter Daten helfen, immer wichtiger werden. Zu den schon heute von Marketern so angehimmelten Standort-Daten, die in Zukunft noch akkurater sein werden, werden zusätzlich biometrische Daten hinzukommen. Und mit diesen umzugehen, will gelernt sein. Was fängt man mit Informationen wie Herzrate, Gesichtsausdruck, Körpertemperatur und Augenbewegung an? Wie kann man sie am effektivsten Nutzen?

All dies wird in Echt-Zeit geschehen und den Fokus darauf legen, relevante Informationen zur richtigen Zeit zu nutzen. Unternehmen können Ihre Kunden bald noch besser kennenlernen. Sie werden nicht nur wissen, was diese interessiert, was sie brauchen und wann sie es brauchen, sie werden auch wissen wie es ihnen geht – und warum. Auch wenn es zur Zeit noch unglaublich klingt, werden solche Daten tatsächlich früher oder später eine entscheidende Rolle spielen. Deutlich wird das vor allem bei Unternehmen, die bereits das Potenzial biometrischer Daten erkannt haben und diese nutzen.

In Cannes wird dieses Jahr beispielsweise im Zuge des Cannes Lions Festivals das Projekt „The Pulse of Cannes“ durchgeführt, bei dem 35 Apple Smartwatches verteilt und die darüber gewonnenen Daten ausgewertet werden. Das Projekt soll Marketern die Möglichkeiten aufzeigen, die Wearables für sie bereit halten. Ein weiteres Beispiel findet sich im Veranstaltungsbereich von Konzerten. Schon 2014 wurde das erste „bioreaktive“ Konzert veranstaltet, bei dem die Reaktionen des Publikums in Echt-Zeit visualisiert und genutzt wurden, um das Erlebnis noch besser zu gestalten.

In noch ferner Zukunft scheint sich das In-Store Leitsystem zu befinden, welches zur Zeit von der NEC Corporation of America in Zusammenarbeit mit Microsoft entwickelt wird. Es soll zukünftig mit Hilfe eines Gesichtserkennungssystems VIP-Kunden im Einzelhadel erkennen und ihnen, basierend auf Alter, Geschlecht und Interessen, personalisiertes Marketing bieten können.

 

Fakt ist: Es wird sich früher oder später ein erneuter Wandel im Marketing vollziehen. Vom Mobile Marketing zum Biometric Marketing, wie die “2015 Trends Predictions” von Havas Sports and Entertainment es voraussagen. Ja, an diesen Begriff sollte man sich schon einmal gewöhnen.

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Julia Hildebrand

Wenn Julia gerade nicht daran arbeitet, ihren Master in Komparatistik abzuschließen, kümmert sie sich bei APTLY um die Content-Erstellung und setzt gemeinsam mit Ihren Kollegen Marketing- und Kreativkonzepte in die Tat um.

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